Das Rettungsspiel

12.05.09

1860 setzt beim bereits abgestiegenen SV Wehen auch auf Sascha Röslers neues Selbstvertrauen. Klassenerhalt – dann soll Ewald Lienen kommen

Der Motor des Mannschaftsbusses lief schon, als Rudi Fendt, der Löwen-Chauffeur, am Trainingsgelände einen blauen Lappen aus dem Stauraum rausholte und in der Mittagssonne begann, sein Gefährt zu wienern. Hinterher blitzte der Bus.

Abfahrbereit für die Fahrt zum Rettungsspiel.

Also stellte Trainer Uwe Wolf nach der letzten Einheit vor dem nächsten Abstiegs-Endspiel in Wehen (Dienstag, 17.30 Uhr, Liveticker bei abendzeitung.de) in der Kabine die Charakterfrage: „Es brauchen nur die Spieler in den Bus einzusteigen, die überzeugt sind, dass wir das schaffen…“ Wolf blickte sekundenlang in die Runde. Und, immerhin: Niemand kniff.

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Ein Bus voller Siegertypen

12.05.09

Für 1860-Coach Wolf ist die Tabelle Motivation genug – an das peinliche Hinspiel-3:3 gegen Wehen denkt er nicht

Der Chronist des TSV 1860 hat eine vorbildliche Berufsauffassung. Bei den wöchentlichen Pressekonferenzen erhalten die Reporter praktische Zettel, auf denen alles Wissenswerte zum jeweils bevorstehenden Spiel aufgelistet ist: „Information Tickets“, „Letztes Aufeinandertreffen“, „Schiedsrichter“, drohende Gelbsperren, usw. Ein toller Service ist das, aber noch bemerkenswerter ist, wie schonungslos der 1860-Chronist auch unangenehme Details ins Gedächtnis ruft.

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Letzte Ausfahrt Wehen-Wiesbaden

12.05.09

Benny Lauth, Timo Gebhart, José Holebas – so hießen die Torschützen an diesem 30. November 2008. 3:0 führten die Löwen in der Arena gegen den SV-Wehen-Wiesbaden, in der Blitztabelle rückten die Aufstiegsplätze in Sichtweite, und dann kamen diese 17 Minuten, die Lauth noch heute den Kopf schütteln lassen.

Eigentor Benny Schwarz (73.), Orahovac (81.), Siegert (90.). Und Schluss. 3:3 nach 3:0 – „Das Unentschieden“, sprach Trainer Marco Kurz mit leerem Blick, „fühlt sich an wie eine hohe Niederlage.“ Es war dieser kalte Sonntagnachmittag, an dem jedem nicht ganz blinden Löwenfreund dämmerte, dass die Saison keine gute mehr werden würde für 1860. Die Löwen war eingebogen auf den „Highway to Hell“. Vollgas Richtung Untergang. Und sie fahren noch immer.

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Bundesliga-Statistik: Löwen erhalten die Klasse

12.05.09

Geht es nach der Statistik der 2. Bundesliga, so können die Löwen-Fans aufatmen. Der TSV 1860 München wird demnach in den letzten drei Partien jeweils unentschieden spielen und mit 40 Punkten die Saison auf Platz 13 beenden.

Merkur online hat die Statistik der 2. Fußball-Bundesliga bemüht und die restlichen Partien der gefährdeten Vereine untersucht. Schaut man, wie oft die Vereine gegen ihre ausstehenden Gegner gewonnen, verloren oder unentschieden gespielt haben, so trifft es am Ende nicht die Löwen – sondern den FC Ingolstadt 04. Der FCI wäre demnach neben dem SV Wehen-Wiesbaden der zweite direkte Absteiger, der VfL Osnabrück müsste in die Relegation.

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„Wir gewinnen in Wehen – ohne Wenn und Aber!“

12.05.09

Die Forderung von Löwen-Trainer Uwe Wolf an seine Mannschaft für das Auswärtsspiel am Dienstag, 12. Mai, 17:30 Uhr in der Brita-Arena gegen den SV Wehen Wiesbaden ist klar formuliert: „Wir können durch dieses Spiel den ganzen Druck wegnehmen. Deshalb muss jeder alles für einen Sieg tun!“

Eine leichte Aufgabe erwartet der 41-jährige Fußball-Lehrer trotzdem nicht, auch wenn der Gegner seit dem letzten Spieltag trotz eines 1:0-Auswärtssieges bei Rot-Weiß Oberhausen als erster Absteiger feststeht. „Wehen wird sich entsprechend aus der Zweiten Liga verabschieden wollen“, ist sich Wolf sicher. „Es gibt bestimmt einige Spieler, die sich noch anderen Vereinen präsentieren wollen.“

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