„Unterm Strich wohl zuviel der Anfänger“

27.05.09

Die Wutrede von Ewald Lienen – sie hat wie eine Bombe eingeschlagen.

Die Kritik des Löwen-Trainers, dass man Talente wie Julian Baumgartlinger (wechselt zu Austria Wien), Christian Träsch (jetzt VfB Stuttgart) und Anton Fink (Unterhaching) einfach links liegen gelassen und „für nix und einen Händedruck“ habe gehen lassen, hat für viel Aufsehen gesorgt. Und Lienen bekommt Zustimmung. Zum Beispiel vom Ex-Löwen Wiggerl Kögl (43), dem Berater von Anton Fink: „Ich verstehe Lienen in gewisser Weise, es war ein klarer Fehler, diese Leute einfach ziehen zu lassen.“

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„Skandal! Offenbarungseid!“ Die Löwen regen Lienen auf

26.05.09
Der Trainer beklagt schwere Management-Fehler in der Vergangenheit. Er findet, 1860 habe seine Talente verschleudert: „Ich bin sehr verärgert.“Und nun geht auch noch Baumgartlinger (21)
   
Beim Dehnen wirkte Ewald Lienen noch entspannt, als wäre er beim Joga-Training. Kaum aber hatte er den Platz verlassen, genügte die Nennung des Namens Julian Baumgartlinger – und der Löwen-Trainer wütete. „Er hat sich gestern entschieden, zu Austria Wien zu gehen. Acht Jahre wurden in diesen Spieler investiert, jetzt wird er für einen feuchten Händedruck weggegeben – ein Skandal“, schimpfte der sonst so souveräne Coach. Es war der erste Wutausbruch des 55-Jährigen, seit er vor knapp zwei Wochen den Cheftrainerposten bei 1860 übernommen hatte.
  
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Lienen: Breitseite gegen Reuter und Kurz

26.05.09

Träsch, Fink, Gulan, Baumgartlinger. Vier Namen, die den neuen Löwen-Coach in Rage bringen. Lienen wirft der früheren Sportlichen Leitung vor, die besten Talente verkannt und vergrault zu haben.

Am Ende seines Saisonabschluss-Monologes schlug Ewald Lienen mit der flachen Hand auf den Tisch. „Das reicht doch erst mal“, rief er in die Presserunde, „oder soll ich noch mehr draufhauen?“ Eine Frage , die wohl eher an die Adresse von Marco Kurz, Uwe Wolf und Stefan Reuter gerichtet war, denen der neue Löwen-Coach kurz, aber heftig die Leviten gelesen hatte. Wäre Lienen in der prallen Mittagssonne nicht eh der Schweiß in Sturzbächen von der Stirn gelaufen, hätte man sagen können: Da hat sich jemand den Kopf heiß geredet.

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Lienens Wutrede

26.05.09

Fast verzweifelt hatte Löwen-Trainer Ewald Lienen am Sonntagabend nach der Rückkehr aus Nürnberg versucht, Julian Baumgartlinger doch noch zum Bleiben zu überreden. Vergeblich.

Der 21-jährige Mittelfeldspieler blieb bei seinem Entschluss: Er wechselt zu Austria Wien, flog am Montag in die österreichische Hauptstadt, um seinen Vertrag zu unterschreiben. „Was ich sehr bedaure“, erklärte Lienen, „aber es war zu spät. Julians Schritt ist verständlich, weil er halt lange nicht dran kam. Ich bin schon ein bisschen entsetzt, wie die Verantwortlichen hier in der Vergangenheit mit den jungen Spielern umgegangen sind.“

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Schroths seltsame Klausel

20.05.09
Der 34-Jährige hat in zwei Jahren keine einzige Minute für 1860 gespielt – und darf sich doch eine Anschlussbeschäftigung selbst aussuchen.
  
Miki Stevic stellt sich in den nächsten Wochen auf einen wahren Verhandlungs-Marathon ein, vor allem, wenn darum geht, sich von teuren Härtefällen zu trennen und weiter Kosten zu sparen. „Wir haben sicher Fälle“, sagt der 1860-Sportdirektor, „bei denen wir eine Lösung finden müssen“. Ein solcher Fall ist Markus Schroth. Der Vertrag des 34-jährigen Stürmers, der 2007 ablösefrei vom 1. FC Nürnberg kam und seitdem wegen eines Knorpelschadens im Knie keine einzige Minute für 1860 gespielt hat, läuft zwar zum Saisonende aus – doch wie die AZ erfuhr, kann der Ex-Kapitän auf eine seltene Klausel in seinem Arbeitsvertrag verweisen.
  

Thurk-Transfer verpennt – dafür muss 1860 büßen

04.05.09

Uwe Wolf (41) hätte ein richtig guter Löwen-Trainer werden können: Ein authentischer Arbeiter, der zu 1860 passt. Doch dazu hätte er Siege gebraucht.

Wolfs Dilemma: Er hat – auch bedingt durch die vielen Ausfälle – keine Mannschaft, die in der Lage ist, in Liga 2 vorne mitzumischen. Es fehlt auf einigen Positionen die Qualität, es fehlen die Alternativen.

„El Lobo“ leidet aber auch an den katastrophalen Fehleinschätzungen der früheren sportlichen Leitung. Der Fall Michael Thurk (32) ist nur ein Beispiel, das die Misere deutlich macht.

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Disco-Affäre bei 1860? Ex-Löwe erhebt Vorwürfe

13.02.09

Kucukovic attackiert seine früheren Kollegen sowie Trainer Kurz und Ex-Sportdirektor Reuter.

Die negativen Nachrichten beim TSV 1860 reißen nicht ab: Jetzt erhebt Ex-Stürmer Mustafa Kucukovic, in der Winterpause zu Grenoble Foot gewechselt, bei „spox.com“, dem Internetportal des Liga-Bezahlsenders „Premiere“, schwere Vorwürfe gegen den Klub, insbesondere gegen Trainer Marco Kurz: „Zwei Tage vor dem Spiel in Aachen (0:2, 5. Dezember 2008, d. Red.) waren zwei Spieler bis fünf Uhr morgens besoffen in der Disko. Der Trainer hat davon gewusst, die Spieler wurden trotzdem aufgestellt … Ich dagegen für ganz andere Dinge bestraft“, behauptet Kucokovic bei spox.com.

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Das ganze Interview


Das Spiel mit Reuter

04.02.09

Bei der Entsorgung des bisherigen Managers Stefan Reuter gibt das 1860-Präsidium kein gutes Bild ab.

Am Ende kam noch die Frage nach der Moral. Eine Frage, die erlaubt sein muss. Egal, ob ein Fußball-Verein sich nun mal wirtschaftlichen Zwängen unterwerfen und den so genannten Gesetzen des Marktes folgen muss.

Löwen-Präsident Rainer Beeck sollte also zum Ende der Präsentation des neuen Sportdirektors Miroslav Stevic im überfüllten Containerverhau am Trainingsgelände erklären, ob er das Gefühl hätte, sich Stefan Reuter gegenüber in den letzten Wochen loyal und moralisch einwandfrei verhalten zu haben. Oft hatte Beeck Nähe demonstriert; nun wurde Reuter als Sportdirektor abserviert.

Beeck, der sonst so eloquente Flughafen-Manager, wand sich. Einmal, zweimal, er wich aus, redete allgemein darüber, wie wichtig im Wirtschaftsleben Loyalität Mitarbeitern gegenüber sei, zumindest „so lange, wie man vom Erreichen der gemeinsamen Ziele überzeugt“ sei. Bei der dritten Moral-Nachfrage rang sich Beeck durch zu einem ganz schön kleinlauten: „Ja.“
  

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